Ständewahlrecht
Der Akademische Senat (AS) besteht aus 13 Professor_innen, 4
Wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen, 4 Student_innen und 4 Sonstigen
Mitarbeiter_innen, die jeweils von ihrer Statusgruppe gewählt werden.
Obwohl die Studierenden die zahlenmäßig stärkste der vier
Statusgruppen an der TU darstellen, sind sie im Akademischen Senat nur
mit 4 von 25 stimmberechtigten Mitgliedern vertreten. Die
Professor_innen hingegen haben als zahlenmäßig schwächste Gruppe an
der TU trotzdem mit 13 Stimmen im AS immer die absolute Mehrheit.
Hinzu kommt noch, dass das Stimmrecht der SoMis in Fragen, die
Forschung und Lehre betreffen eingeschränkt ist.

Aufklärung
Obwohl dieser Zustand eigentlich allen hochschulpolitisch engagierten
Menschen bekannt ist, wird häufig der Eindruck erweckt, als ob die
Studis im AS Wunder was bewegen könnten. Dabei nehmen sie in der
Realität den Platz im AS ein, den die FDP lange in der Bundespolitik
einnahm: im höchsten Glücksfalle Kanzlermacher ohne weiteren Einfluss
(Was unser Sympathien für die FDP angeht sieht es übrigens schlecht
aus). Diese Verschleierung geschieht nicht mit Absicht, die
Information über dieses Problem kommt aber im allgemeinen
Wahlkampfgetümmel zu leicht unter die Räder.

Viertelparität jetzt!
Wir fordern (übergangsweise, d. h. bis zum nächsten Schritt auf dem
Weg zur besseren Gellschaft) die Einführung der Viertelparität. Die
Statusgruppen müssen gleichberechtigt, d. h. zu je einem Viertel über
die Zusammensetzung des AS entscheiden können.

Für eine andere Hochschule 2.0
Von Bertelsmann über den Stifterverband bis hin zum DFG und der
Bundesregierung ist die Hochschule von heute alles andere als
unabhängig. Teilprivatisierungen gehen in nahezu allen Fällen mit
einem Verlust jeglicher – noch immer als Feigenblatt vor sich her
getragener – Universitätsdemokratie einher. Unter Hochschulmanagern,
Kuratorien und Lenkungskreisen verkommt nicht nur das längst
outgesourcte Proletariat, sondern auch Wissenschaft, Verwaltung und
Bildung zur Dienstleistung und StudentInnen werden zu Kunden. Das geht
nicht nur zu Lasten von Löhnen und der sozialen Öffnung von
Universitäten, sondern macht auch jede sogenannte Selbstverwaltung der
Universität durch ihre Mitglieder zur Farce.

Gegen die autoritäre Präsidialuniversität! Für Viertelparität und eine
besseres Leben!